Mobbing im Arbeitsrecht, Begriff und Rechtsfolgen von Fachanwalt Naber, Gebiet Euskirchen, Bad Münstereifel, Mechernich und Zülpich | Rechtsanwalt Gerrit Naber | Arbeitsrecht, Gesellschaftsrecht, Handelsrecht

Mobbing im Arbeitsverhältnis

Der Begriff „Mobbing“

Mobbing wird von den Arbeitsgerichten wie folgt definiert:

„Mobbinghandlungen sind fortgesetzte, aufeinander aufbauende oder ineinander übergreifende, der Anfeindung, Schikane oder Diskriminierung dienende Verhaltensweisen am Arbeitsplatz gegenüber einzelnen Mitarbeitern zur Erreichung von Zielen, die von der Rechtsordnung nicht gedeckt sind und die jedenfalls in ihrer Gesamtheit das allgemeine Persönlichkeitsrecht, die Ehre oder die Gesundheit des Mobbingopfers verletzen“.

Rechte des Arbeitnehmers bei Mobbing

Wer ein Opfer von Mobbing durch den Arbeitgeber ist, der kann wegen der Verletzung seines Persönlichkeitsrechts Schmerzensgeld und den Ersatz eines eventuellen Schadens verlangen.

Der Schaden kann darin liegen, dass der Arbeitnehmer wegen der unzumutbaren Behandlung durch den Arbeitgeber selbst eine fristlose Kündigung ausspricht. Dies setzt aber regelmäßig voraus, dass der Arbeitnehmer den Arbeitgeber zuvor abmahnt. In solchen Fällen kann das Arbeitsgericht auf Antrag eine Abfindung für den gemobbten Arbeitnehmer festsetzen. Hierbei handelt es sich nicht um ein besonderes „Mobbingrecht“, sondern um allgemeine Regeln über außerordentliche Kündigungen (§ 628 Abs. 2 BGB).

Beweislast bei Mobbing

Mobbing hat der Arbeitnehmer zu beweisen – und das ist schwer!

Der Begriff „Mobbing“ ist selbst nur ein Schlagwort, das mit Inhalt gefüllt werden muss.

  • Was genau hat der Arbeitgeber gesagt oder getan?
  • Wann genau hat er es getan?
  • In welchem Zusammenhang hat er es gesagt oder getan?
  • Woraus ergibt sich die systematische Anfeindung?

Wer sich rechtlich gegen Mobbing wehren will, der muss erstmal Mühe investieren, Fakten sammeln und Vorfälle dokumentieren. Um gegen Mobbing vorzugehen braucht man präzise Angaben zu den einzelnen Mobbinghandlungen und man braucht Beweismittel, also vor allem Zeugen oder Schriftstücke, mit denen sich die ungerechtfertigten und systematischen Anfeindungen belegen lassen.

Viele Mandanten, die sich als Mobbingopfer empfinden, können gegenüber dem Anwalt nur allgemeine Angaben dazu machen, dass sie immer ungerecht behandelt werden und von Kollegen grundlos gemieden werden. Das reicht für einen Arbeitsgerichtsprozess bei Weitem nicht aus.

Mobbing und Persönlichkeit

Auf die Gefahr hin, hier potentielle Mandanten zu vergraulen: Nicht jeder, der vom Arbeitgeber kritisiert und von Kollegen gemieden wird, wird gemobbt. Charaktere sind verschieden und manche Charaktere werden von Ihrer Umwelt als weniger sympathisch wahrgenommen als andere. Das führt zu Konflikten, die im sozialen Umgang nicht zu vermeiden sind, die aber mit einer „systematischen“ Anfeindung nichts zu tun haben.

Gerade die Schwierigkeit, hier das Eine vom Anderen zu unterscheiden, führt dazu, dass die Arbeitsgerichte so hohe Anforderungen bei Ansprüchen wegen Mobbings stellen.

Persönliche Mandatspraxis

Als Anwalt vertrete ich jedes Opfer ungerechtfertigter Schikanen gern und mit allen juristischen und taktischen Mitteln. Ich nehme mir aber auch heraus, Mobbing-Mandate abzulehnen, wenn ich zu dem Ergebnis komme, dass das Problem vor allem in der Persönlichkeitsstruktur meines Mandanten liegt und nicht im Arbeitsverhältnis.

Gerrit Naber · Rechtsanwalt – Fachanwalt für Arbeitsrecht
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