Probezeit - Rechtsanwalt Gerrit Naber - Anwalt in Euskirchen und Fachanwalt, auch für Rheinbach, Meckenheim und Weilerswist | Rechtsanwalt Gerrit Naber | Arbeitsrecht, Gesellschaftsrecht, Handelsrecht

Probezeit

Die meisten Arbeitgeber und Arbeitnehmer glauben, dass es im Arbeitsverhältnis immer eine Probezeit gäbe.

Dies ist jedoch nicht richtig. Eine Probezeit muss im Arbeitsvertrag vereinbart werden. Sie kann sich außerdem auch aus einem auf das Arbeitsverhältnis anzuwendenden Tarifvertrag ergeben. Ist eine Probezeit nicht vereinbart oder im Tarifvertrag vorgeschrieben, so gibt es keine.

Steht im Arbeitsvertrag etwas von einer Probezeit, so hat dies zur Folge, dass der Arbeitsvertrag mit der kürzestmöglichen Frist von beiden Seiten gekündigt werden kann. Dann gilt also nicht die gesetzliche Kündigungsfrist von vier Wochen zum 15. oder letzten eines Monats, sondern eine Frist von zwei Wochen zu jedem Tag. Eine solche Probezeit kann längstens für sechs Monate vereinbart werden.

Manche Tarifverträge sehen sogar noch kürzere Kündigungsfristen in der Probezeit vor. Es gibt Fristen von einem Tag auf den Anderen oder sogar zum Ende der nächsten Schicht. Dies ist in aller Regel nur durch einen Tarifvertrag zulässig.

Kündigungsschutz und Probezeit

Der Begriff „Probezeit“ wird oft verwechselt mit der sechs Monate langen Wartezeit für den gesetzlichen Kündigungsschutz. Vor Ablauf dieser sogenannten Wartezeit muss der Arbeitgeber eine Kündigung grundsätzlich nicht rechtfertigen.

Aber auch in kürzeren Arbeitsverhältnissen kann die Kündigung unwirksam sein. Da gibt es zum einen den Fall der Schwangerschaft, zum anderen gibt es die fehlerhafte oder unterlassene Anhörung des Betriebsrats als Unwirksamkeitsgrund. Es können aber auch noch weitere Gründe gegen eine Kündigung schon in den ersten sechs Monaten des Arbeitsverhältnisses und während einer Probezeit durchgreifen; es kommt auf den Einzelfall an.

Gerrit Naber · Rechtsanwalt – Fachanwalt für Arbeitsrecht
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