Der Teilzeitanspruch im Arbeitsrecht - Rechtsanwalt Gerrit Naber - Fachanwalt für Arbeitsrecht, Euskirchen, Rheinbach, Bad Münstereifel, Mechernich | Rechtsanwalt Gerrit Naber | Arbeitsrecht, Gesellschaftsrecht, Handelsrecht

Ansprüche auf Teilzeitbeschäftigung

Wer hat Anspruch auf Teilzeitarbeit?

Der Anspruch auf eine Teilzeitarbeit wird weitaus überwiegend von Müttern während oder nach Ablauf der Elternzeit (früher Erziehungsurlaub) geltend gemacht. Die von Männern beanspruchte Teilzeitarbeit macht demgegenüber einen verschwindenden Bruchteil aus. Dennoch gelten die einschlägigen rechtlichen Regelungen zum Anspruch auf Teilzeitarbeit natürlich gleichermaßen für Frauen und Männer.

Rechtlicher Rahmen der Teilzeitarbeit

Der Gesetzgeber hat gleich zwei Gesetze zur Lösung des Problems geschaffen. Eine Regelung findet sich im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) und gilt nur während der Elternzeit, die zweite Regelung findet sich im Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG).

Beiden Regelungen zur Teilzeitarbeit ist gemeinsam, dass es einen Teilzeitanspruch erst nach sechs Monaten im Arbeitsverhältnis gibt und nur in Unternehmen mit mehr als 15 Mitarbeitern. Der Antrag auf Teilzeitarbeit muss nach dem TzBfG drei Monate, nach dem BEEG nur sieben Wochen vor der Arbeitszeitänderung gestellt werden. Nach beiden Gesetzen muss der Arbeitgeber dem Wunsch nach Teilzeitarbeit schriftlich widersprechen, wenn er nicht einverstanden ist. Versäumt er dies, gilt der Teilzeit-Antrag als genehmigt.

Durchsetzung des Anspruchs auf Teilzeitarbeit

Der Knackpunkt liegt bei beiden Gesetzen zum Anspruch auf Teilzeitarbeit in den Ablehnungsgründen für den Arbeitgeber. Nach dem BEEG müssen im Erziehungsurlaub „dringende betriebliche Gründe“ der Teilzeitarbeit entgegenstehen, nach dem TzBfG reichen „betriebliche Gründe“, um einen Anspruch auf Teilzeitarbeit zu verhindern.

Darüber, was ein betrieblicher Grund gegen Teilzeitarbeit ist und wann er dringend ist, kann man trefflich streiten. Im Zweifel entscheidet darüber das Arbeitsgericht. Die bisherige Praxis hat aber gezeigt, dass der Teilzeitanspruch von den Arbeitsgerichten durchaus ernst genommen wird. Den Arbeitgebern wird einiger Aufwand abverlangt, um die gewünschte Teilzeitarbeit zu ermöglichen. Die Erfolgsquote bei der rechtlichen Durchsetzung von Teilzeitbegehren ist deswegen recht hoch. Besonders gilt dies für die Teilzeit in der Elternzeit / Erziehungsurlaub. Diese Teilzeitarbeit in der Elternzeit / Erziehungsurlaub kann man übrigens sogar dann beantragen, wenn ursprünglich während der Elternzeit die vollständige Freistellung von der Arbeit für drei Jahre angemeldet wurde.

Wer aus der Elternzeit heraus taktisch geschickt die nächsten Jahre in Teilzeit vorbereiten will, der sollte schon während der Elternzeit Teilzeitarbeit beantragen. Dieser Anspruch ist nämlich leichter durchzusetzen und wer sich nach dem BEEG im Erziehungsurlaub einen Teilzeitarbeitsplatz erkämpft hat, der wird ihn später nach dem TzBfG nicht so schnell wieder verlieren.

Gerrit Naber · Rechtsanwalt – Fachanwalt für Arbeitsrecht
Ursulinenstr. 19 · 53879 Euskirchen
Telefon: (0 22 51) 5 06 25 33 · Fax: (0 22 51) 5 06 25 34
E-Mail: kontakt@ra-naber.de · Internet: www.ra-naber.de