Urlaub im Arbeitsrecht - Rechtsanwalt Gerrit Naber - Anwalt für Arbeitsrecht | Euskirchen, Erftstadt, Zülpich, Mechernich, Bad Münstereifel | Rechtsanwalt Gerrit Naber | Arbeitsrecht, Gesellschaftsrecht, Handelsrecht

Urlaubsanspruch

Wie lang ist der Urlaubsanspruch?

Das Bundesurlaubsgesetz sieht für Arbeitnehmer einen Urlaub von mindestens 24 Werktagen vor, der an einem Stück gewährt werden soll. Dabei geht das Bundesurlaubsgesetz allerdings von einer 6-Tage-Woche aus. Bei einer geringeren Arbeitszeit wird der Urlaub entsprechend reduziert. Heraus kommen dann immer vier Wochen. Für die 5-Tage-Woche ergeben sich daher aus dem Gesetz nur 20 Tage Urlaub im Jahr. Ein höherer Urlaubsanspruch kann aber selbstverständlich frei vereinbart werden. Solche Vereinbarungen finden sich üblicherweise im Arbeitsvertrag, aber auch Tarifverträge enthalten meistens Regelungen über den Urlaub.

Wann darf der Urlaub genommen werden?

Wann der Urlaub genommen wird, soll nach dem Bundesurlaubsgesetz in erster Linie von den Wünschen des Arbeitnehmers abhängen, wenn nicht dringende betriebliche Belange diesen Wünschen entgegenstehen. Das Gesetz sieht als weitere Einschränkung vor, dass bei mehreren Arbeitnehmern auch soziale Gesichtspunkte bei der Urlaubsplanung berücksichtigt werden sollen, also etwa die Schulferien der Kinder oder die Betriebsferien im Betrieb des Ehepartners. Über diese Grundsätze der Gewährung von Urlaub können auch verbindliche Betriebsvereinbarungen bestehen; der Betriebsrat hat bei dem Urlaub ein Mitbestimmungsrecht. Lehnt der Arbeitgeber die Gewährung von Urlaub zum gewünschten Zeitpunkt ohne einen hinreichenden sachlichen Grund ab, so kann der Arbeitnehmer seinen Urlaubsanspruch bei den Arbeitsgerichten durchsetzen. Eine „Selbstbeurlaubung“ dagegen ist auch dann unzulässig, wenn der Arbeitgeber grundlos den Urlaub verweigert.

Kann Urlaub widerrufen werden?

Ein Widerruf des einmal genehmigten Urlaubs durch den Arbeitgeber kommt nur in absoluten Notfällen in Betracht, wenn die Anwesenheit des Arbeitnehmers zwingend notwendig ist und für den Arbeitgeber kein anderer Ausweg besteht – praktisch also fast nie. Es gibt auch keine Pflicht des Arbeitnehmers, für solche Notfälle seine Urlaubsanschrift zu hinterlassen, damit der Arbeitgeber ihn gegebenenfalls aus dem Urlaub zurückrufen kann.

Urlaubsübertragung

Die Übertragung von Urlaub in das Folgejahr ist nicht ganz so unproblematisch, wie dies weithin angenommen wird. Der Urlaubsanspruch verfällt grundsätzlich am 31. Dezember eines Jahres und nicht, wie oft behauptet, am 31. März des Folgejahres. Eine Übertragung von Urlaub bis zum 31. März findet nur dann statt, wenn der Urlaub im Urlaubsjahr aus betrieblichen oder persönlichen Gründen nicht genommen werden konnte. Wer also einfach einen Teil seines Urlaubs für das Folgejahr aufsparen möchte und daher im Urlaubsjahr nicht seinen vollen Urlaub beantragt, läuft Gefahr, in der Sylvesternacht unbemerkt auch seinen Urlaub zu verpulvern. Wer Urlaub aufsparen möchte, der sollte deshalb die Übertragung des Urlaubs ausdrücklich mit dem Arbeitgeber vereinbaren.

Urlaubsabgeltung

Urlaubsabgeltung gibt es grundsätzlich nur für Urlaub, der wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht genommen werden kann. Dabei ist nach der Regelung des Bundesurlaubsgesetzes schon im Juli der gesamte Jahresurlaub abzugelten, wenn das Arbeitsverhältnis länger als 6 Monate bestand. In diesem Fall kann der Arbeitnehmer allerdings keinen Urlaub mehr von einem neuen Arbeitgeber verlangen.

Krankheit im Urlaub

Krankheitstage werden nicht auf den Urlaub angerechnet. Das gilt auch bei einem ausländischen Attest; es muss allerdings bescheinigen, dass die Krankheit auch zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat.

Gerrit Naber · Rechtsanwalt – Fachanwalt für Arbeitsrecht
Ursulinenstr. 19 · 53879 Euskirchen
Telefon: (0 22 51) 5 06 25 33 · Fax: (0 22 51) 5 06 25 34
E-Mail: kontakt@ra-naber.de · Internet: www.ra-naber.de